Im Interview erklärt Christian Degen, Leiter Kommunikation & Marketing der Universität Bern, warum die Hochschule zu den führenden Universitäten der Schweiz zählt, welche Studiengänge besonders gefragt sind und wie Forschung mit gesellschaftlicher Verantwortung verbunden wird.
Die Universität Bern gehört zu den renommiertesten Hochschulen der Schweiz und überzeugt mit exzellenter Forschung, einem breiten Studienangebot sowie einer starken internationalen Vernetzung. Im Interview spricht Christian Degen, Leiter der Abteilung Kommunikation & Marketing der Universität Bern, über die Erfolgsfaktoren der Volluniversität, die Bedeutung von Nachhaltigkeit, Klimaforschung und Digitalisierung sowie die Vorteile eines interdisziplinären Studiums. Außerdem verrät er, welche Zukunftsthemen Studieninteressierte besonders beschäftigen und warum sich ein Studium an der Universität Bern lohnt.
Melde dich hier zum Newsletter an!
INTERVIEW
GRÜEZIJOBS: Die Schweiz gilt international als Hochschulstandort mit hoher Qualität. Was zeichnet die Universität Bern im Wettbewerb mit anderen Schweizer Spitzenuniversitäten besonders aus – und woran messen Sie selbst Exzellenz?

Bild: Christian Degen. © Universität Bern, Bild: Adrian Moser
Christian Degen: Die Universität Bern steht für forschungsstarke, unabhängige Wissenschaft mit klarem gesellschaftlichem Auftrag. Exzellenz messe ich daran, ob wir fachlich Spitzenleistungen erbringen, relevante Beiträge zu gesellschaftlichen Themen wie Klima, Gesundheit, Demokratie oder Weltraumforschung leisten und Studierende sowie Nachwuchsforschende zu kritisch denkenden, verantwortungsvollen Persönlichkeiten ausbilden.
Als Volluniversität mit 39 Bachelor- und 74 Masterstudiengängen deckt die Universität Bern ein breites Fächerspektrum ab. Welche Vorteile bietet diese Vielfalt für Studierende in einer Zeit, in der interdisziplinäre Kompetenzen immer wichtiger werden?
Als Volluniversität können wir fachliche Vertiefung mit interdisziplinären Perspektiven verbinden. Studierende profitieren davon, dass sie ihr Fach fundiert studieren, und gleichzeitig Einblicke in andere Disziplinen erhalten. Das erlaubt es ihnen, Kompetenzen zu erwerben, die heute entscheidend sind: vernetztes Denken, digitale und interkulturelle Fähigkeiten, Urteilsvermögen.

Die Universität Bern setzt mit Themen wie Nachhaltigkeit, Gesundheit, Weltraumforschung oder Politik und Verwaltung gezielte Forschungsschwerpunkte. Wie gelingt es, wissenschaftliche Exzellenz mit gesellschaftlicher Relevanz zu verbinden?
Wir setzen dort Schwerpunkte, wo wissenschaftliche Exzellenz und gesellschaftliche Anliegen zusammenfallen: Dies betrifft unsere Forschung im Bereich Klima und Nachhaltigkeit, Gesundheit, Weltraumforschung und Politik und Verwaltung. Interdisziplinäre Zentren, die Einbindung des Universitätsspitals, und der Austausch unserer Forschenden mit Behörden, Wirtschaft und Bevölkerung sorgen dafür, dass Forschung nicht abstrakt bleibt, sondern konkrete Wirkung entfaltet.
Interdisziplinäre Zentren wie das Oeschger-Zentrum für Klimaforschung, das Center for Space and Habitability oder das ARTORG Center gelten als Aushängeschilder der Universität. Welche Rolle spielen solche Einrichtungen für die Attraktivität der Universität Bern im internationalen Wettbewerb?
Zentren wie das Oeschger Center for Climate Change Research, das Center for Space and Habitability oder das ARTORG Center for Biomedical Engineering Research bündeln Expertise über Fakultätsgrenzen hinweg. Sie schaffen dadurch klare wissenschaftliche Profile und ziehen internationale Talente sowie starke Partner an. So erhöhen sie unsere Sichtbarkeit und Attraktivität im globalen Wettbewerb erheblich.
Studieninteressierte achten heute nicht nur auf Rankings, sondern auch auf Zukunftsthemen. Welche Studiengänge oder Fachbereiche erleben derzeit eine besonders starke Nachfrage – und welche Entwicklungen erwarten Sie in den kommenden Jahren?
Besonders gefragt sind derzeit die Gesundheits‑ und Lebenswissenschaften, Klima‑ und umweltbezogene Fächer, daten‑ und digitalorientierte Studiengänge, sowie Politik‑ Rechts‑ und Verwaltungswissenschaften. Künftig werden Programme an Bedeutung gewinnen, die Fachwissen mit Digitalisierung, Nachhaltigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung kombinieren – oft interdisziplinär.
Die Universität Bern ist in Bereichen wie Klimaforschung, nachhaltiger Entwicklung und Präzisionsmedizin international sichtbar. Wie wichtig ist es für eine moderne Hochschule, wissenschaftliche Erkenntnisse in konkrete Lösungen für Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zu übersetzen?
Das ist zentral für eine moderne Universität. Zugleich ist es eine Gratwanderung: Wir engagieren uns in der Beratung von Politik und Verwaltung, und in Kooperationen mit Spitälern, Unternehmen und internationalen Organisationen. Gleichzeitig verteidigen wir aber auch unsere Unabhängigkeit sowie Freiräume für grundlagenorientierte, Neugier-getriebene Forschung, deren konkreter Nutzen sich manchmal erst viel später zeigt.
Viele Studierende wünschen sich heute ein Studium mit internationaler Perspektive und zugleich engem Praxisbezug. Wie schafft die Universität Bern diesen Spagat und welche Kooperationen oder Netzwerke kommen den Studierenden dabei zugute?
Wir versuchen, beides zu verbinden: Die internationale Perspektive ermöglichen wir durch die Beteiligung der Universität Bern an Netzwerken wie The Guild und ENLIGHT, sowie durch internationale Forschungsprojekte und englischsprachige Masterprogramme. Der Praxisbezug entsteht durch die enge Zusammenarbeit mit der Praxis: beispielsweise mit dem Inselspital, mit der Bundesverwaltung, Kantonen und Gerichten, sowie mit internationalen Organisationen, Unternehmen und NGOs.
Wenn angehende Studierende die Frage stellen: „Warum sollte ich mich für die Universität Bern entscheiden und nicht für eine andere renommierte Hochschule in der Schweiz?“ – welche drei Argumente würden Sie ihnen als Erstes nennen?
- Erstens: Wir bieten Forschung und Lehre auf Spitzenniveau: Die Universität Bern ermöglicht ein Studium in einem Umfeld, das in ausgewählten Bereichen international führend ist und aktuelle Forschung direkt in die Lehre integriert.
- Zweitens: Wir sind eine Volluniversität mit persönlicher Atmosphäre: Wir bieten ein breites Fächerspektrum mit hoher Interdisziplinarität und haben trotzdem gute Betreuungsverhältnisse und kurze Wege an einem sehr attraktiven Standort.
- Drittens: Die Universität Bern ist international bestens vernetzt und gleichwohl stark in Bern verankert: Ein Studium in der Bundesstadt ermöglicht direktem Zugang zu Politik, Verwaltung und internationalen Organisationen – an einer Universität, die ihre gesellschaftliche Verantwortung und akademische Freiheit ernst nimmt.

